Ludwig Bryll

Seit über 55 Jahren ist der Kraftsportverein Moers eine feste Größe im Judogeschehen am Niederrhein.

Die Kontinuität in der Vereinsarbeit brachte auch immer wieder, insbesondere im Jugendbereich, hervorragende Sportler hervor. Hinter diesen Erfolgen steht ein Mann, der seit den Gründertagen der Judo-Abteilung beim KSV Moers aktiv ist: Ludwig Bryll.

In den 50er Jahren wurde unter der Leitung von Hermann Wimmer eine Judo-Abteilung gegründet. Das damalige Training war eine Mischung aus Judo und Jiu-Jitsu, das zuerst auf den ausgedienten Ringermatten stattfand. Die Vorstellung, eine Selbstverteidigungstechnik erlernen zu können, mit der – wie man glaubte – jeden durch ein paar Tricks aufs Kreuz legen kann, lockte viele neue Mitglieder an. Zusätzlich bot sich noch die Möglichkeit, an sportlichen Kämpfen teilzunehmen. Mit Karlheinz Blum und Ludwig Bryll fanden sich die Männer der ersten Stunde, die bereit waren, kreuz und quer durch Deutschland zu reisen und auf vielen Lehrgängen mehr über diese neue Sportart zu lernen und dieses Wissen im Verein als Trainer weiterzuvermitteln.

Ab 1955 waren sie regelmäßige Gäste auf den Lehrgängen der Bundestrainer. Schon 1959 waren die Verantwortlichen bemüht, potente Vertreter des Budosports nach Moers zu holen, um die neue Sportart im Verein und in der Stadt populär zu machen. So lud man den Judo-Meister und damaligen Bundestrainer Dr. Okaoka Mandschurai) anläßlich einer großen Sportschau in die Grafenstadt ein. Diese Tradition hat sich mit vereinsinternen Lehrgängen bis heute fortgesetzt, wobei die bekanntesten Gasttrainer wohl Olympiasieger Frank Wienecke und der holländische Bodenspezialist „Opa" Schutte waren.

Mitte der 60er Jahre kamen immer mehr Jugendliche in den Verein, so daß eigenständige Jugendgruppen entstanden. Die intensive Jugendarbeit unter Ludwig Bryll zeigte dann auch die ersten sportliche Erfolge.

Ende der 60er qualifizierten sich aus einer großen Schar guter Kämpfer einige für die Deutschen Meisterschaften, allen voran Winfried Latta, der 1969 den Meistertitel errang. Dies waren die erfolgreichsten Tage des KSV im Judo. Der Verein besaß eine breite Basis hoch motivierter Judokas, von denen Rolf Koch und Rüdiger Pieler einen mehrwöchigen Traingsaufenthalt in Japan auf eigene Kosten absolvierten. Als die Jugendkämpfer in das Seniorenlager wechselten, tat sich die Möglichkeit auf, mit dem benachbarten Verein aus Duisburg, TV Germania Hochfeld, eine Kampfgemeinschaft zu bilden, die dann den Aufstieg von der Bezirksklasse bis in die Judo-Oberliga schaffte. In den späteren Jahren war der KSV mit einem eigenen Team in der Landesliga vertreten.

1983 stellte sich ein weiterer Erfolg ein, als die Jugendmannschaft des niederrheinischen Budovereins Landesmeister wurde und somit an der Deutschen Meisterschaft teilnahm.

Mit Sali Ibak qualifizierte sich 1997 ein Kämpfer im Jugendbereich, für die Deutsche Meisterschaften.

Bojana Colic belegte 1998 den Dritten Rang bei den Deutschen Meisterschaften.

Auch als Veranstalter von Wettkämpfen hat der KSV sich einen Namen gemacht. Nicht zuletzt, um zu Beginn der Bergbaukrise die Solidarität mit den heimischen Bergleuten zu bekunden, wurde das „Glück-Auf-Turnier" ins Leben gerufen. Durch den unermüdlichen Einsatz durch Jürgen Becker, dem stillen Organisator im Hintergrund, wurden in mehr als 10 Jahren große Turniere mit 200...300 Kämpfern veranstaltet.

Ende Juli 2017 ist Ludwig verstorben.

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